Vorwort

Franz Josef Pschierer
Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für
Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie

Die zunehmende Durchdringung aller Lebensbereiche mit digitalen Technologien stellt eine der größten Herausforderungen unserer Zeit dar. Sie betrifft jeden Einzelnen von uns – gesellschaftlich, politisch, wirtschaftlich.

Wir leben in einem der reichsten und sichersten Länder der Erde. Das schnelle und nachhaltige Wirtschaftswachstum nach dem Krieg hat Deutschland zu einem wichtigen internationalen Industriestandort gemacht. Die Digitalisierung läutet jetzt jedoch ein neues Zeitalter ein, das etablierte Strukturen zunehmend in Frage stellt und neue Herausforderungen mit sich bringt. Deutschlands Wirtschaft steht vor großen Veränderungen.

Aus diesem Grunde freue ich mich ganz besonders, dass die sechste Phase der Zukunftsstudie des MÜNCHNER KREISES die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands in den Mittelpunkt stellt. Während in den vergangenen beiden Jahren der Nutzer mit seinen Bedürfnissen thematisiert wurde, widmen sich die Arbeiten im Projektjahr 2014 der Frage, welche Wege die deutsche Wirtschaft erfolgreich in die digitale Zukunft führen.

Die Lektüre der Studie macht eines deutlich: Es ist Handlungsbedarf vorhanden. Die deutsche Industrie hinkt an verschiedenen Stellen der globalen, digitalen Wirtschaft hinterher. Die erforderlichen Geschwindigkeiten der digitalen Welt prallen hier häufig auf die analoge Welt mit ihren eigenen Regeln, wodurch Innovationen abgebremst werden. Die Zeichen für die Notwendigkeit eines grundlegenden Wandels scheinen erkannt, aber noch nicht umgesetzt. Die Motivation für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft muss sein, diesen Wandel für Deutschland einzuläuten und aktiv zu gestalten.

Einen wichtigen Wegweiser für diesen Aufbruch in eine erfolgreiche digitale Zukunft bilden die sechs „Zukunftsräume“, die der Partnerkreis in der aktuellen Zukunftsstudie erarbeitet hat. Sie benennen und analysieren Problemfelder, die gleichzeitig mit Handlungsempfehlungen an die Politik verbunden sind. Einige eindrückliche Beispiele sind: Anpassung der Aus- und Fortbildungssysteme an die Erfordernisse der digitalen Welt, die Entwicklung eines Rechtsrahmens für datengetriebene Geschäftsmodelle oder die Anpassung der Förderung von Forschung und Entwicklung an das digitale Zeitalter.

Ich möchte dem MÜNCHNER KREIS und seinen Partnern für die neue Ausgabe der Zukunftsstudie herzlich danken und gratulieren. Mit ihrer aktuellen Fortsetzung zur Zukunft von Informations- und Kommunikationstechnologien und Medien gibt die Studie diskussionswürdige und handlungsrelevante Impulse für Politik und Wirtschaft. Sie leistet einen wichtigen Beitrag zur Gestaltung des digitalen Wandels in Deutschland.

Lassen Sie sich anregen von den diesjährigen Ergebnissen und diskutieren Sie mit, um den für Deutschland und Europa „besten Weg“ in eine digitale Zukunft.